FRANZISKA MEGERT

 

 

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HOMMeAGE

4 ´ Minuten, channel 1+2, 1996/97

..Eine Anthologie von ca 200 liegenden, sitzenden und stehenden weiblichen Akten aus der Malerei der letzten 500 Jahre - von der Renaissance ausgehend bis in die zeitgenössische Kunst reichend - bildet die Grundstruktur der Animation. Alle Akte - meistens Ausschnitte aus Bildern - sind im Computer auf ungefähr dieselbe Körpergröße skaliert worden. (Der größte Teil der uns bekannten weiblichen Akte sind von Männer gemalt: um nur einige zu nennen Cranach,Tizian, Tinoretto, Botticelli, Jordaens, Rembrandt, Rubens, Boucher, Courbet, Poussin, Ingres, Delacroix, Matisse, Kirchner, Picasso, Grosz, Modigliani, Balthus, Lichtenstein etc ). Alle zusammen bilden sie eine flexible Architektur bestehend aus langen Korridoren, Verzweigungen, Sackgassen, großen Hallen, Treppen - ein riesiges Labyrinth vollständig austapeziert mit den vielen sich im Raum verschiebenden und drehenden Frauenakten, in dem ein Mann sich verlustiert, Ängste aussteht, flüchtet, tanzt, kommuniziert und und und... Dieser Mann ist ausschließlich in Form seines Blickes erkennbar und präsent. Es ist der parodierte öffentliche und private, historisch geprägte 'doppelte' Blick des europäischen Mannes inklusive seiner Phantasien, Wünsche und Ängste. Die Animation ist dramaturgisch so konzipiert, daß sie einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende hat. Der Anfang ist die Begegnung mit der ersten Frau - der Venus von Tizian - einer Figur, die Mutter und Geliebte gleichzeitig sein kann; sie bereitet ihm den Weg zum labyrinthischen Chaos der alten und jüngeren europäischen "Frauenwelt", in der er genüßlich umherschweift, sich verirrt, gehetzt wird, außer Atem kommt, im Rausch sich zu verlieren scheint, um zum Ende, sich von der letzten Frau - einer Nana (einer der wenigen von einer Frau geschaffenen weiblichen Akte) - verabschieden zu lassen. Da in 4 Minuten die 200 verschiedene Akte weder von ihrer Anzahl noch von ihrer Geschwindigkeit her, mit der sie vorbeihuschen, wirklich wahrgenommen, geschweige denn wiedererkannt werden können, wirkt die Animation hoch komplex. Diese Komplexität gepaart mit Witz und Ironie, mit dem der männliche Blick herumschweift und die weiblichen Akte sich ihm in den Weg stellen und Verwirrung stiften, motiviert den Betrachter, die Projektion ein zweites oder gar ein drittes Mal zu sehen.