FRANZISKA MEGERT

 

 

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Das Spiel mit dem Feuer

(1. Teil der Trilogie)

Videoinstallation, 1989
(6 Player, 6 Monitore)

 

Das Spiel mit dem Feuer

Kurze Inhaltsbeschreibung:
Die psychische Welt füllt in ihrer Immaterialität, Flüchtigkeit und Dynamik mehr Raum und Zeit als alles Materielle. Die elektronischen Bilder sind Raum, Zeit, Bewegung, Video ist immateriell und transitorisch. Psychische Vorgänge und elektronische Bilder haben in ihrer Struktur Gemeinsamkeiten. Das ist ein Grund, weshalb ich mich mit diesem Medium auseinandersetze. In meiner Arbeit beschäftige ich mich vorwiegend mit Gegensätzen, antagonistischen Tendenzen und auch Paradoxen auf der Ebene von Beziehungsstrukturen und im weiteren Sinne von Kommunikation.
Semiotisch betrachtet hat das Zeichen Feuer verschiedene, sogar antagonistische Bedeutungen: seine Wirkung ist destruktiv, zerstörerisch (Höllenfeuer) als auch aufbauend, erneuernd, reinigend (Phönix); seine Funktion ist bestrafend und belohnend zugleich.
In unserem Sprachgebrauch benutzen wir das Wort Feuer in Redewendungen, die Personen in ihren Beziehungen charakterisieren: sie haben Feuer gefangen / sie sind Feuer und Flamme füreinander / sie legt für ihn die Hand ins Feuer / sie gießt Öl ins Feuer ... etc. Das Zeichen als Träger sich widersprechender symbolischer Inhalte habe ich von seiner linguistischen Anwendung in die visuelle Ebene transportiert, wo seine mythologischen Bedeutungen gerade durch die Verbindung mit einem weiteren Gegensatzpaar - einem weiblichen und männlichen nackten Körper - intensiver und breiter zum Tragen kommen. Mit der Kombination dieser Komponenten in zusammengesetzten transitorischen immateriellen Videobildern wird etwas sichtbar gemacht, was sonst nur gefühlt, gedacht, geträumt, erinnert, gewünscht, verwünscht, beschrieben werden kann: das Gefühl von der gleichzeitigen Präsenz von nicht vereinbaren Kräften, das Viele sich Ausschließende und doch sich selbst Bedingende. Peter Friese nennt es in diesem Zusammenhang in seinem Aufsatz* "mythischer Urkonflikt".
Das Spiel mit dem Feuer ist ein lustvolles und risikoreiches Spiel, weil es nur unbesonnen gespielt werden kann und weil das Feuer, das sich unaufhörlich ändert und dennoch ewig gleich bleibt, nicht einschätzbar ist. Ein Spiel mit nur vagen Spielregeln, jeder improvisiert, spielt es auf seine Art. Die Spieler erwärmen, erhitzen sich am Feuer, sie erhöhen sich gegenseitig, verschmelzen ineinander - Animus und Anima sind sichtbar, androgyn wird das Wesen und zugleich sind die Personen isoliert, abgetrennt voneinander, dieses Feuer ist auch das Feuer ihres Scheiterhaufens.
Franziska Megert


Installationsaufbau für alle 3 Arbeiten der Trilogie